13. Hans Werner Richter Literaturtage

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»Das Interesse war darauf gerichtet, wie sie als Menschen waren und was sie taten« (Gerhard Wolf) DAS PHÄNOMEN ,FREUNDSCHAFT‘ IN LITERATUR UND KULTUR

In enger Verbindung mit der Gruppenbildung steht das Phänomen der Freundschaft. Die Gruppe 47 ist nicht denkbar ohne die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Autoren und die verbindende Rolle, die Hans Werner Richter als Organisator und Spiritus Rector spielte. In und mit der Gruppe 47 sind zahlreiche Freundschaften entstanden, die über Jahrzehnte
andauerten und sich bis in die Gegenwart in Briefwechseln, Tagebüchern, Essays und auch literarischen Texten niederschlagen. Vergleichbares gilt für jene Freundschaften, die in und außerhalb des Deutschen Schriftstellerverbandes in der DDR entstanden und über Jahre eine Klammer in der gemeinsamen Haltung fanden, in die Gesellschaft mitgestaltend einzugreifen und „teil[zu]haben an der Veränderung der Welt“ (Christa Wolf 2007, 5). Exemplarisch für das Entstehen und die Pflege von Freundschaften sind die umfangreichen und festen Beziehungen, die Christa und Gerhard Wolf über Jahrzehnte aufgebaut und gepflegt haben. So bezeugt etwa der Briefwechsel zwischen Christa Wolf und Brigitte Reimann, wie zwei sehr unterschiedliche
Autorinnen – auch unter den komplizierten Bedingungen der Krankheit von Brigitte Reimann – eine tiefe Beziehung aufgebaut haben, die sowohl das Schreiben als auch Persönliches betraf. In den 1980er Jahren hat sich ein Gesprächskreis von Freundinnen um Christa Wolf gebildet, der die gegenseitige Sympathie ausdrückende Bezeichnung „Weiberrunde“ trug. Dazu gehörten Daniela Dahn, Sigrid Damm, Brigitte Burmeister,
Gerti Tetzner, Helga Königsdorf, Brigitte Struzyk und Rosemarie Zeplin.


Die 13. Hans Werner Richter Literaturtage 2021 werden ausgerich­tet von der Mecklenburgischen Literaturgesellschaft (Neubranden­burg), dem Eigenbetrieb Kaiserbäder der Insel Usedom in Verbin­dung mit den Instituten für Germanistik der Universitäten Gießen
und Szczecin.

Tagungsprogramm: http://christa-wolf-zentrum.de/wp-content/uploads/2021/11/PH_HWR-XIII_2021.pdf

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Mit Kind einer schwierigen Zeit. Otfried Preußlers frühe Jahre ist Carsten Gansel eine augenöffnende biographische Spurensuche gelungen. Er fand bislang gänzlich unbekannte Dokumente, Fotos aus Kriegsgefangenenlagern und unveröffentlichte Texte Preußlers und zeichnet das bewegende Bild eines Autors, dessen Lebensgeschichte auf existenzielle Weise mit den Zeitläufen des 20. Jahrhunderts verwoben ist. …

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