Die 68er-Bewegung

Hans Werner Richter, die Gruppe 47 und die 68er-Bewegung

15.–17. November 2018
Bansin / Insel Usedom
Hans Werner Richter-Haus

Das Programm

Der Tod von Benno Ohnesorg wurde in der Bundesrepublik zum Auslöser für eine Bewegung, deren Aura bis heute nicht verblasst ist und deren Ergebnisse gerade angesichts des diesjährigen ‚Jubiläums‘ kontrovers diskutiert werden – die „1968er“. Aus einer antiautoritären Revolte wurde eine machtvolle  Protestbewegung, die ein ganzes Land erfasste und größere Teile einer Generation politisierte. 50 Jahre danach sind Quellen und Motive der damaligen Protestbewegung vielfältig untersucht, wenngleich es gänzlich unterschiedliche Deutungen gibt. Geklärt scheint aber zumindest die Frage, was aus 1968 und den sogenannten „68ern“ geworden ist. Für viele ist der „Marsch durch die  Institutionen“ erfolgreich gewesen und hat zu wichtigen Positionen in meinungsbildenden Einrichtungen geführt, nicht zuletzt in den Medien. J. Fleischauer hat dazu kürzlich bemerkt, die Pointe der Geschichte bestehe darin, „dass die Provokationslust die Seiten gewechselt hat. Was die 68er an Widerspruchsgeist und Aktionsreichtum großgemacht hat, findet man heute rechts der Mitte, nicht mehr links.“ In Verbindung damit steht die Frage, ob und inwieweit es zu einer Wiederkehr des Ideologischen und einer Renaissance der Ideologiekritik gekommen ist, die sich nicht zuletzt im Kunst- und Literatursystem niederschlägt. Dies insofern, als ausgewählte vermittelnde Institutionen (u.a.Kritik, Bildung, Verlage) aus der ‚Typologie axiologischer Werte’ (Heydebrand/Winko 1996) bevorzugt auf sogenannte‚inhaltliche Werte‘ abheben und mit Kategorien von Moral und Ethik argumentieren, deren gegenwärtige Schattierungen aus den Diskursverschiebungen hervorgegangen sind, die in den 1960er und 1970er Jahren angestoßen worden waren.In diesem Kontext kommt dann etwa der Terminus der ‚politicalcorrectness‘ ins Spiel. Von daher kann es Sinn machen,gegenwärtige Wertungspraxen in Kunst und Literatur mit jenen zu vergleichen, die im akademischen und künstlerischen Kontext der 68er-Bewegung Bedeutung erlangten. Vor diesem aktuellen Hintergrund stellt sich einmal mehr die Frage, welche Möglichkeiten Kunst und Literatur in der Gesellschaft der Gegenwart haben und worin ihre Aufgaben bestehen.

 

Die 11. Hans Werner Richter Literaturtage 2018 werden ausgerichtet vom Institut für Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen/Arbeitsbereich Neuere deutsche Literatur und dem Eigenbetrieb Kaiserbäder der Insel Usedom in Verbindung mit der Mecklenburgischen Literaturgesellschaft (Neubrandenburg), dem Internationalen Christa-Wolf-Zentrum für deutsche und polnische Gegenwartsliteratur und -kultur und dem Institut für Germanistik der Universität Szczecin.

Hans Werner Richter Literaturtage
Tagung: Die Gruppe 47 – Wirkung und Nachwirkungen

»Die Gruppe 47 – Wirkung und Nachwirkungen im internationalen Kontext zwischen Aufstörung und Stabilisierung« 10. Hans Werner Richter Literaturtage: „Die Gruppe 47 – Wirkung und Nachwirkungen im internationalen Kontext zwischen Aufstörung und Stabilisierung“, Wissenschaftliches Kolloquium vom 16. bis 18. November 2017,  Hans Werner Richter-Haus in Bansin/Usedom Das Programm Vor 70 …

Hans Werner Richter Literaturtage
Die Gruppe 47

Die Gruppe 47 – Wirkung und Nachwirkungen im internationalen Kontext zwischen Aufstörung und Stabilisierung Bansin/Usedom (15.07.2017) Call for papers 10. Hans Werner Richter Literaturtage: „Die Gruppe 47 – Wirkung und Nachwirkungen im internationalen Kontext zwischen Aufstörung und Stabilisierung“, Wissenschaftliches Kolloquium vom 16. bis 18. November 2017,  Hans Werner Richter-Haus in …

Hans Werner Richter Literaturtage
Krieg – Gefangenschaft – Lagerhaft

KRIEG – GEFANGENSCHAFT – LAGERHAFT: Opfernarrative und Wandlungsmythen in der deutschsprachigen Literatur nach 1945 15.–17. November 2012 Bansin/Insel Usedom Hans Werner Richter-Haus Das Programm: HWR_2012 D .as Lager ist nicht nur in der deutschsprachigen Literatur zu einem symbolischem Raum geworden, der repräsentativ für die Leiderfahrungen des 20. Jahrhunderts steht. Orte …