Vom kritischen Intellektuellen zum Medienpromi

Hans Werner Richter Literaturtage

VOM KRITISCHEN INTELLEKTUELLEN
ZUM MEDIENPROMI?

Zur Rolle der Intellektuellen in Literatur
und Gesellschaft vor und nach 1989

Das Programm: HWR_2013

„Warum latschen deutsche Schriftsteller zu Regierungs gesprächen ins Willy-Brandt-Haus, statt in die Wüste zu gehen und aufzuschreiben, wie unproduktiver Turbokapitalismus abgeht? Warum fieseln Grass und all die alten Wappentiere
der deutschen Literatur starre Gedichte über Griechenland zusammen, statt selber nach Griechenland zu fahren und dort eine Hilfseinrichtung für Obdachlose zu gründen?“ fragte kürzlich in einem lesenswerten Beitrag der Essayist Hilmar Klute (SÜDDEUTSCHE ZEITUNG, 16./17. März 2013).

Wenn auch nicht explizit betont, so zielt die Frage keineswegs nur auf ein Defizit der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Letztlich geht es auch um die Rolle des Intellektuellen in Vergangenheit und Gegenwart. Es ist längst an der Zeit darüber nachzudenken, „wo die Intellektuellen hin sind“. Es mangelt zwar nicht an Leuten, die Woche für Woche ihre Statements in Talkshows abgeben: Zu Fukushima, zur Euro-Krise, zu Entwicklungen in der arabischen Welt, zum Einsatz der NATO in Afghanistan, zu den absurden Gehältern nicht nur von Bankmanagern. Aber liefern diese Personen, deren Kapital ihre Medienprominenz ist, wirklich eine kritische Analyse und eine Interpretation der Ereignisse, die unabhängig vom Mainstream der herrschenden Eliten ist? Eher nicht. Und weil dies größere Teile der Bevölkerung so empfinden, „sehnt man sich nicht
nur nach Experten, sondern nach Intellektuellen, die ihr Expertentum und ihre intellektuelle Tätigkeit mit Moralvorstellungen verbinden“ (Stefan Moebius). Dass es in den 1950er und 1960er Jahren noch kritische Intellektuelle gegeben hat und die Gruppe 47 um Hans Werner Richter in ihrer Hoch-Zeit als „Störfaktor“ funktionierte, das ist wiederholt betont worden. Und auch in der DDR haben Autoren bis 1989 ihre Aufgabe, ein kritisches Korrektiv der Macht zu sein, gerade unter Bedingungen einer ‚geschlossenen Gesellschaft‘ wahrgenommen.

Hans Werner Richter Literaturtage
Tagung: Die Gruppe 47 – Wirkung und Nachwirkungen

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Die Gruppe 47

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