Engagierte Literatur im deutschsprachigen Raum nach 1989

Engagierte Literatur im deutschsprachigen Raum nach 1989

„Das immerhin leistet die Literatur: Sie schaut nicht weg, sie vergisst nicht, sie bricht das Schweigen“ (Günter Grass)

Łódź, 21. – 24.09.2017
Die deutschsprachige Literatur hat eine lange Geschichte des Engagements, die bis in die Auf-klärung sowie die Anfänge des 19. Jahrhunderts reicht und Höhepunkte in der Zeit des Vormärz, des Expressionismus und der Weimarer Republik, dann im Exil erreichte. In der Nachkriegszeit war die ‚Einmischung‘ von Schriftstellerinnen und Schriftstellern ein wichtiger Teil des Kulturdiskurses, der vom politischen Diskurs nicht ignoriert werden konnte. In allen drei, vor 1990 in vier deutschsprachigen Ländern hatte die politisch engagierte Literatur allerdings eigene soziale Traditionen und stand in unterschiedlichen historischen Kontexten. Doch signifikanterweise bedeutete das Engagement für alle deutschsprachigen Kulturen eine zumeist kritische Auseinandersetzung mit dem politischen und gesellschaftlichen Leben der jeweiligen Länder. Autorinnen und Autoren befanden sich entsprechend in Distanz zum ‚System Politik‘. Allerdings finden sich in den letzten Jahren in der Literatur zunehmend auch ‚staatsbejahende‘ Stimmen. Dennoch macht der Gestus der/des kritischen Prüferin/s, der/des Querdenkerin/s, der nationalen Kassandra einen wichtigen Teil des intellektuellen Habitus der deutschsprachigen politischen Kultur aus.

Nach 1990 wurde der deutsche Diskurs – neben der kontinuierlichen Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus, Krieg und der Shoah – von der sogenannten Wendeproblematik bestimmt, bei der es auch um die Frage ging, in welchem Maße einzelne Autorinnen und Autoren mit Instanzen des Ministeriums für Staatssicherheit kooperiert hatten. Nicht zuletzt ging es hier um die Rolle der jungen Prenzlauer-Berg-Autorinnen und Autoren.
Einer der letzten Höhepunkte der engagierten Literatur scheint in den großen Debatten der 1990er Jahre und der Jahrtausendwende zu liegen.

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