Zur Rolle der Intellektuellen

Hans Werner Richter Literaturtage

Zur Rolle der Intellektuellen in Literatur und Gesellschaft vor und nach 1989

Vom 14. bis 16. Nov. 2013 fand innerhalb der 6. Hans Werner Richter-Literaturtage in Bansin/Usedom die Tagung „Vom kritischen Intellektuellen zum Medienpromi? Zur Rolle der Intellektuellen in Literatur und Gesellschaft vor und nach 1989“ statt. Die Literaturtage 2013 wurden vom Institut für Germanistik der Justus-Liebig-Univer-sität Gießen/Arbeitsbereich Neuere deutsche Literatur (Prof. Dr. Carsten Gansel/ Leitung) und dem Eigenbetrieb Kaiserbäder Insel Usedom (Dr. Karin Lehmann) in Verbindung mit der Mecklenburgischen Literaturgesellschaft und dem Internationalen Christa-Wolf-Zentrum für Deutsche und Polnische Gegenwartsliteratur und -kultur ausgerichtet.

„Wo sind die Intellektuellen heute?“ lautete die am häufigsten an diesen drei Tagen gestellte Frage. Dass es in den 1950er und 1960er Jahren noch kritische Intellektuelle gegeben hat und die Gruppe 47 um Hans Werner Richter in ihrer Hochzeit als „Störfaktor“ funktionierte, das ist wiederholt betont worden. Und auch in der DDR haben Autoren bis 1989 ihre Aufgabe, ein kritisches Korrektiv der Macht zu sein, gerade unter Bedingungen einer ‘geschlossenen Gesellschaft’ wahrgenommen. Mit Blick auf gegenwärtige Entwicklungen fragten sich die Referenten, ob und in welcher Weise es nach 1989 zu einem „Strukturwandel der Öffentlichkeit“ gekommen und wie es um jene bestellt ist, zu deren Aufgaben in Kunst und Literatur, in Universitäten, in den Medien es gehört, gegenwärtige Prozesse kritisch zu durchleuchten bzw. zu beobachten. Insofern zielten die Diskussionen auch auf eine kritische Sicht der Rolle des Intellektuellen in der Gegenwart. Herausgestellt wurde, dass die Ereignisse um 1989 zu einem grund-legenden Wandel im Handlungs- und Symbolsystem Literatur und zu einer veränderten Rolle des Intellektuellen geführt haben. Es hängt dies nicht zuletzt mit einer weiteren ‚Liberalisierung’ der politischen Öffentlichkeit zusammen wie – und dies wurde durchweg betont – mit den radikalen Veränderungen in einer Informations- und Mediengesellschaft. Bezug genommen wurde auf Jürgen Habermas Vorschlag, mit Blick auf Gegenwärtiges, dass „[…] die einzige Fähigkeit, die den Intellektuellen auch heute noch auszeichnen könnte, der avantgardistische Spürsinn für Relevanzen (ist). Er muss sich zu einem Zeitpunkt über kritische Entwicklungen aufregen können, wenn andere noch beim business as usual sind“.

Hans Werner Richter Literaturtage
Tagung: Die Gruppe 47 – Wirkung und Nachwirkungen

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Die Gruppe 47

Die Gruppe 47 – Wirkung und Nachwirkungen im internationalen Kontext zwischen Aufstörung und Stabilisierung Bansin/Usedom (15.07.2017) Call for papers 10. Hans Werner Richter Literaturtage: „Die Gruppe 47 – Wirkung und Nachwirkungen im internationalen Kontext zwischen Aufstörung und Stabilisierung“, Wissenschaftliches Kolloquium vom 16. bis 18. November 2017,  Hans Werner Richter-Haus in …

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Krieg – Gefangenschaft – Lagerhaft

KRIEG – GEFANGENSCHAFT – LAGERHAFT: Opfernarrative und Wandlungsmythen in der deutschsprachigen Literatur nach 1945 15.–17. November 2012 Bansin/Insel Usedom Hans Werner Richter-Haus Das Programm: HWR_2012 D .as Lager ist nicht nur in der deutschsprachigen Literatur zu einem symbolischem Raum geworden, der repräsentativ für die Leiderfahrungen des 20. Jahrhunderts steht. Orte …