Deutschland- und Polenbilder

Tagungen

Deutschland- und Polenbilder in der deutschen und polnischen Literatur nach 1989

Im Rahmen der von Monika Wolting (Wroclaw) und Carsten Gansel (Gießen) verantworteten wissenschaftlichen Tagung „Deutschland- und Polenbilder in der deutschen und polnischen Literatur nach 1989“ kamen vom 3.-5. Oktober 2014 am Germanistischen Institut der Universität Wrocław Akademiker zusammen, um sich im Herzen der Stadt im festlichen Rahmen des Edith-Stein-Hauses mit den Bildern des jeweils anderen in deutscher und polnischer Literatur und den damit einhergehenden Grenzerfahrungen zwischen Ost und West auseinanderzusetzen. Die Idee dieser Tagung, wie Monika Wolting und Carsten Gansel in ihren Begrüßungsreden betonten, reiht sich in den anspruchsvollen Versuch ein, voneinander zu lernen, sich zu verstehen und sich gegenseitig zu respek-tieren. Literatur handelt von möglichen Wegen, sich näher zu kommen, macht auf unsichtbare Gegebenheiten aufmerksam und funktioniert als Aufstörungsfaktor. In literarischen Texten kommen mithin politi-sche Grenzziehungen, sprachliche Barrie-ren, religiöse Zugehörigkeiten und die da-mit in Verbindung stehende Aufteilung der Welt zur Sprache.
Als Denkanstoß stand die Tagung unter dem Motto „Die andere Seite mit ihren eigenen Augen sehen“?, einer Aussage von Uwe Johnson, mit der er ursprünglich auf das Verhältnis der beiden deutschen Staaten angespielt hatte. Aber durchaus vergleichbar mit dieser Überlegung ging es auf der Tagung darum, über die Grenzen hinweg einen Perspektivenwechsel zu erproben. Die Tagung folgte einem modernisierungs-theoretischen Ansatz, wonach in einer globalisierten Welt zunehmend Prozesse der Hybridisierung stattfinden und Vermischungen von lokalen und globalen Räumen und Identitäten entstehen, die stets ein gewisses Maß an Empathie fordern, um verstanden und reflektiert zu werden. Gerade die deutsch-polnischen Bezieh-ungen waren über Jahrhunderte hinweg geprägt von beidseitigen Klischees, Stereo-typen und Vorurteilen, die ein „Verstehen“ des Gegenüber erschwerten und nur schwer durchbrochen werden konnten.
Aus dem Bericht von Joanna Agata Lagiewka (Barcelona)
Die Tagung wurde durch
die DPWS und die SdpZ gefördert.

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